Energetisches Quartierskonzept in Altchemnitz

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Die eins energie in sachsen GmbH und Co. KG erstellte in Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz, ein energetisches Quartierskonzept für das Quartier Altchemnitz. Die Grundlage für die Erstellung des Konzeptes war der Stadtratsbeschluss B-100/2015 „Integriertes Handlungskonzept (IHK) – Revitalisierung Gewerbestandort Altchemnitz“ vom 08.07.2015. Das Konzept wurde gefördert mit Mitteln aus dem KfW-Programm Nr. 432 „Energetische Stadtsanierung“.

Das Quartier liegt verkehrsgünstig zwischen Innerem Stadtring und dem Südring in kurzer Entfernung zum Stadtzentrum und zum Campus der Technischen Universität Chemnitz. Durch das Quartier führt die B95 (Annaberger Straße). Damit orientiert sich die Abgrenzung des energetischen Quartierskonzeptes am Betrachtungsgebiet des in 2015 erstellten Integrierten Handlungskonzept (IHK) – „Revitalisierung Gewerbestandort Altchemnitz“.

Die Einbindung der Quartiers-Akteure in die Konzepterstellung erfolgte über Befragungen. Dafür wurden vorab ein entsprechender Fragebogen an ausgewählte Eigentümer versandt sowie auf der Website des Quartiermanagements Altchemnitz zum Download veröffentlicht. Es erfolgte ein Artikel zum energetischen Quartierskonzept im Amtsblatt der Stadt Chemnitz, um die Öffentlichkeit über das Konzept zu informieren.

Mit der Gebäudedatenaufnahme in einem Betrachtungsgebiet von ca. 794.000 m2 wurden 123 Adresspunkte identifiziert und 437 Polygone der Gebäudegrundflächen mit einer gesamt bebauten Grundfläche von ca. 208.000 m2 erfasst. Davon sind etwa 186.530 m2 energetisch relevant. Bei der Orts-Begehung sind Bauwerks- bzw. Nutzungstypen identifiziert und basierend darauf die maßgeblichen Energieverbrauchssektoren private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (GHD)/Sonstige, Industrie und kommunale Einrichtungen zugeordnet worden.

Die Auswertung von Energieverbrauchsdaten lieferte schlussendlich eine Energie- und CO2-Bilanz für das Quartier im Ist-Zustand, welche die Grundlage für das spätere Referenzszenario bildet.

Folgende klimapolitische Zielstellungen (mit Horizont 2030) wurden:

  • Reduktion der CO2-Emissionen alle 5 Jahre um 10% (1990 Basisjahr),
  • Ausbau Erneuerbarer Energien im Strombereich auf 40%,
  • Ausbau Erneuerbarer Energien im Wärmebereich auf 18%,
  • Umbau und Verdichtung von Wärmenetzen

abgestimmt und auf den Ist-Zustand reflektiert. Außerdem wurden die medienstrategischen Zielstellungen des städtischen Energieversorgers aus dem Wärmeversorgungskonzept für die Stadt Chemnitz mit denen für das Quartier abgeglichen.

Für die Betrachtung zur perspektivischen Entwicklung der Energieversorgung im Quartier sind vier Szenarien aufgestellt worden.

Durch die Revitalisierung und den Ausbau des Quartiers ist eher mit einem Anstieg des Energiebedarfs zurechnen. Die energetische Sanierung kann hier nur bedingt entgegen wirken. Für die Entwicklung des Gebietes ist eine flexible und leistungsfähige Infrastruktur, über alle Medien, zur optimalen Versorgung verschiedenster Verbraucher wichtig.

Bei einer Neugestaltung von Arealen im Quartier ist durch entsprechende Bauleitplanung eine räumliche Struktur zu schaffen, welche die Errichtung von Wärmenetzen und Erzeugungsanlagen vorsieht bzw. unterstützt. Die solare Nutzung (Solarthermie und Photovoltaik) von Dachflächen ist zu fokussieren (z. B. Beratung, Prüfung, Förderung). Die Beratung, Sensibilisierung und Förderung der Eigentümer ist die essentielle Grundlage um Energie- und Klimaziele im Quartier zu erreichen.

Der gewählte Umsetzungspfad des energetischen Quartierskonzepts für ein Gebiet mit dieser Sektorenstruktur (84% GHD/Sonstige) besitzt Leuchtturm-Charakter und setzt auf ein schrittweises Vorgehen.

Der „innovative Leuchtturm Altchemnitz“ ist das Ergebnis der sektorübergreifenden energetischen Entwicklung des Quartiers mit einer wirtschaftlich und ökologisch optimierten Verknüpfung zentraler und dezentraler Energieerzeugung sowie einer intelligenten modernen Infrastruktur.

 

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